Blumenau – Torres

Wir sind drueben! Nach monatelangem Ostkurs hat sich Gynnas Kompassnadel wieder einmal bewegt und zeigt nun den letzten Abschnitt dieser Tour an: es geht nach Sueden!

BR-101 – Blumenaus deutsche Fachwerkarchitektur im Disney-Stil haben wir hinter uns gelassen und nach einem kleinen Abstecher durch das „Italienische Viertel“ im Europaeischen Tal sind wir auf der leider schwer vermeidbaren und fuer den starken Verkehr beruechtigten Kuestenstrasse BR-101 gelandet. Die Strasse wird in vielen Bereichen gerade zweispurig ausgebaut, ist aber noch nicht fuer den motorisierten Verkehr freigegeben, so dass wir kilometerlange Abschnitte mit luxurioesen zwei Spuren und Standstreifen fuer uns hatten – aber leider mussten wir uns auch immer wieder Bruecken und einspurige Teilstrecken (teilweise sogar ohne sicher befahrbaren Seitenstreifen) mit dem Nord-Sued-Verkehr teilen. Fotos von diesen Abschnitten haben wir den Grosseltern und Papa Brix zuliebe nicht gemacht…
Die Strassen zwischen Iguazu und Blumenau haetten von Smetana nicht besser komponiert werden koennen: staendig auf- und abschwellende Huegel und Kurven haben uns auf der Fahrt zur Kueste begleitet. Wie schoen, dass sich die Topographie in der Naehe des Atlantiks wieder ein wenig beruhigt und dass wir so die meist recht gerade verlaufende Kuestenstrasse in nur zweieinhalb Tagen hinter uns bringen konnten!

Torres – Mit der Ankunft am Atlantik haben wir uns erst einmal einen Ruhetag am Strand gegoennt. Das zu Sommerzeiten restlos ueberlaufene Torres mit seinen malerischen Straenden praesentierte sich ebenso wie das zuvor besuchte Rincao im Winterschlaf – fast alle Hotels sind geschlossen, die Restaurants verwaist und die Ferienwohnungen stehen leer. Uns kam diese Ruhe jedoch gerade recht, denn so konnten wir unser Zelt unbehelligt im Stadtpark an einem der schoensten Straende dieser Gegend aufschlagen. Puenktlich zur Ankunft an der Kueste liess sich dann auch die Sonne wieder einmal blicken und bescherte uns zusammen mit einem strahlendblauen Himmel eine wundervolle Belohnung fuer die letzten zweieinhalb Tage…

Radlerpoesie – Appropos: waehrend die Kilometersteine auf der einen und der Verkehr auf der anderen Seite an uns vorbeigezogen sind, haben wir wieder einmal ein bisschen gedichtet – herausgekommen ist (in Anlehnung an Funny van Dannens „Uruguay“) folgendes Stueck:
Ich war noch nie in Uruguay
und will da noch mal hin.
Wie gut, dass ich mit der Gynna
schon soh nah dran bin.
Die Raeder ha´m wir auch dabei –
das kann kein Zufall sein!
Durch Brasilien nach Uruguay,
au ja, das wird fein!

In diesem Sinne: Auf gen Sueden!

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1 Kommentar

  1. Hans-Werner

    Hallo Ihr beiden Pedal-Helden, ich erinnere mich an die unzähligen Flugstunden von Porto Alegre nach S.P. und Iguacu und insbesondere das Klima dort auch im Winter und bin einfach platt von Eurem Kampfgeist, einmal quer durch SA und noch immer in bester Laune, gesegnet mit Beobachtungsvermögen und Formulierkunst und schreibt weiter die letzten Tage so oft es geht und geniesst nun die „leichte“ Tour südwaerts entlang der Küstenlinie. Ihr muesst ja nicht mehr ins endlose Hinterland zu den Gauchos (die gibts sehr wohl auch und insbesondere in Brasilien). Aber was heißt eigentlich „endlos“, Ihr habt diesen Begriff ins Gegenteil verkehrt, es scheint alles ist machbar! – Übrigens gehört Euer Ghostwriter so zum besten was auf einem Fahrrad mitfährt, einfach beeindruckend in der Federführung, tolle und interessante Infos kommen da druckreif daher. – Und nun drücke ich Euch weise.. den Daumen! – für den letzten Teil der Reise. Gruss Hans-W.

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